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300 von Frank Miller und Lynn Varley
[id24825]

29.80 EUR
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 300 von Frank Miller und Lynn Varley
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300
von Frank Miller
und Lynn Varley

Überformat,
Hardcover, 4c,
88 Seiten,

ISBN: 3936480303

"Wir marschieren." So lakonisch beginnt Frank Millers Breitwandcomic über die winzige, dreihundert Mann starke Armee des Königs Leonidas, die 480 vor Christus Griechenland gegen das riesige Heer der Perser verteidigte. Die historisch verbürgte Schlacht bei den Thermopylen verarbeitete Miller zu einer Geschichte über Tapferkeit und Treue - und natürlich über den Sieg von Intelligenz über brutale Gewalt.Epochale Schlachtengemälde wechseln sich ab mit detailgetreuen Momentaufnahmen des privaten und militärischen Alltags der Zeit. Aufgrund seiner Thematik und Erzählweise nimmt 藼" einen zentralen Punkt in Millers Schaffen ein. Bereits kurz nach Erscheinen galt dieses Werk als Klassiker! Neu-Edition des lange vergriffenen Werkes anlässlich der Verfilmung, die momentan gedreht wird: Regie: Zack Snyder ("Dawn of the Dead"), Hauptdarsteller: Gerard Butler ("Das Phantom der Oper").

von Dragan Pavlinic
König Leonidas und seine spartanische, 300 Mann starke Leibgarde machen sich 480 v. Chr. Auf den Weg zum Thermophylen-Pass, um die feindlichen Perser abzuwehren. Sich in hoffnungsloser Unterzahl vorfindend, wird die Überlieferung der tapferen Mannen in der historischen Schlacht schnell zum Mythos. Frank Miller greift bei seiner Comicumsetzung des historischen Stoffes auf ein Erzählweise zurück, die, obwohl sie ein ganz anderes Setting aufweist, sehr mit dem seiner Serie Sin City zu vergleichen ist. Seine Spartaner stellt er als wagemutige Helden dar, denen Ehre und Pathos über alles geht. Ihre Kämpfe sind blutig und ihre Entschlossenheit spürbar. Sowohl Millers Bildkomposition als auch seine kernige, klare Schreibweise ist wohl durchdacht und als großes Szenario angelegt. Die Zeichnungen sind, wie vom US-Künstler gewohnt, nicht immer perfekt, dafür in jeder einzelnen Szenen überzeugend vermittelt, so dass sie ihre Wirkung auf den Leser brillant entfalten können. Lynn Varleys Kolorierung leistet ihr Übriges, mit erdigen Farben umschmeichelt sie dezent wie stimmungsvoll die Krieger und Schlachten. In Verbindung mit der reißerischen Darstellung zusammengerotteter Soldaten und der Nutzbarkeit des Widescreensformates (der Band erscheint im Querformat), ist somit einer Werk Frank Millers entstanden, das gerade zu nach einer Verfilmung schrie. 2007 soll es dann auch schließlich soweit sein und wenn die Adaption ähnlich detailgetreu und unverändert wie die von Robert Rodriguez Sin City vonstatten geht, kann man sicherlich viel erwarten. Der Comic und die klasse aufgemachte Neuausgabe von Cross Cult sind jedenfalls schon jetzt Klassiker.

Bewertung:  5 von 5 Sternen! [5 von 5 Sternen!]von Michael Schnitzler
Die Geschichte spielt im Jahre 480 v.u.Z. Das östliche Mittelmeer, die Levante und weite Teile Vorderasiens waren Teile des Weltreiches der Perser. Zahllose Völker verschiedenster Sprachen, Sitten und Religionen waren dem Herrscher Xerxes I. untertan, der von seinen Zeitgenossen als Gottkönig verehrt wurde. Dieser mächtigste Mann seiner Zeit streckte seine Hand nach Westen aus - Griechenland sollte unter seine Herrschaft kommen. Griechenland bestand damals aus Dutzenden heillos zerstrittener Stadtstaaten. So hatte Xerxes wenige Schwierigkeiten, viele Griechen auf seine Seite zu ziehen, sei es durch Bestechung, sei es durch Bündnisverträge, sei es durch rohe Gewalt. Auch Sparta empfing eine Gesandtschaft aus Persien, die Geschenke und großzügige Bedingungen für eine Unterwerfung überbrachten. Die Diplomaten überlebten ihren Auftritt nicht. Ein Krieg war abzusehen. Der Spartanerkönig Leonidas bat den Ältestenrat um die Erlaubnis, mit dem Heer auszuziehen. Die Herren verweigerten die Zustimmung, und so zog Leonidas ganz privat auf einen kleinen Ausflug. Seine 300 Mann starke Leibwache nahm er dabei vorsichtshalber mit. Zusammen mit den Heereskontingenten der anderen freien Städte Griechenlands stellten die Spartaner sich bei einer Landenge dem zahlenmäßig weit überlegenen Heer der Perser. Welle um Welle der persischen Truppen rannte gegen den schmalen Felsspalt an, die Pforte zwischen den "Thermopylen" - und wurden von den Spartanern zurückgeschlagen. Erst am dritten Tag gelang es der persischen Elitetruppe, den "Unsterblichen", durch Verrat in den Rücken des griechischen Heeres zu gelangen. Die Spartaner flohen nicht: Ihr Gesetz verbot es. Nur ein Mann entkam dem Gemetzel, um später davon zu berichten. Im Nachhinein war die Niederlage ein Sieg: Der Opfergang Leonidas' und seiner Männer (und die parallelen Erfolge Athens zur See) wirkten als Fanal. Im Jahr drauf besiegten die Griechen unter Pausanias das Heer der Perser vernichtend in der Schlacht von Platäa. Herodot, Frank Miller und viele Historiker sehen in dieser Schlacht bei den Thermopylen die Entscheidung des Schicksals Europas: Griechenland wurde kein Anhängsel eines altorientalischen Reiches. Kein Gottkönigtum degradierte die Griechen zu bloßen Untertanen, zum persönlichen Eigentum des Herrschers. Der freie Rechtsstaat, der selbst Könige wie Leonidas an Gesetze band, hatte über den Absolutismus des Orients gesiegt. Der Sieg des Orients hätte vor allem eine mehr oder minder weitgehende Priesterherrschaft zur Folge gehabt. Wie die Geschichte des Judentums zeigt, nutzten die Perser die nationalen Religionen und die Autorität der Priester, um das Volk in Untertänigkeit zu halten. Jede freie Regung wäre unterdrückt worden. Fraglich, ob dann die Ideen von Rationalität, Rechtsstaatlichkeit, Humanität, Demokratie, Philosophie und Wissenschaft, die unsere europäische Kultur so entscheidend geprägt haben, sich dann noch in Griechenland entwickelt hätten. Kurzum, in jenen drei Tagen stand bei den Thermopylen sehr viel auf dem Spiel, weit mehr, als die Beteiligten geahnt haben mögen. Frank Miller beschreibt in Text und Zeichnungen Leonidas als Realisten und Visionär, der eine Ahnung von der Bedeutung dieser Schlacht hat. Er schafft es, die Antike und ihre Menschen lebendig werden zu lassen, ihre Welt wirkt fremd und bleibt trotzdem seltsam vertraut. In der Tradition Herodots bleibend, versucht er auch, ein faires Bild von der Gegenseite zu zeichnen (wie man z. B. an den Berichten des Alten Testamentes erkennen kann, war das damals ein absolutes Novum). Trotzdem bleibt das Schicksal der 300 Spartaner und ihres Königs Leonidas im Mittelpunkt der Geschichte. Der Zeichenstil ist typisch Frank Miller, und abgesehen von den etwas klobigen Füßen der Figuren ist die graphische Umsetzung superb. Bildrahmensetzung, "Timing", die Wechsel von Portraits zu Totalen, von detaillierten Stadtansichten zu bloßen Schattenrissen zeigen, daß Miller sein Medium perfekt beherrscht. Die ausdrucksstarke Kolorierung von Lynn Varley schafft Stimmungen und bringt die Details hervor. Nicht vom Computer zugemanschte Flächen mit digital berechneten Übergängen, sondern wilde, teils schon impressionistische Farbübergänge und -hintergründe beherrschen die Geschichte, Licht und Schatten werden effektvoll eingesetzt. Nichts ist quietschbunt, die Farben unterstreichen die jeweilige Stimmungen perfekt. Verdientermaßen wurde die Kolorisierung sowohl mit einem Harvey- als auch einem Eisner-Award belohnt. Einzig allein beim "Lettering" hat man gespart: Mit einer Computerschrift verschenkte man hier Möglichkeiten - die aber eh' nur Kenner zu schätzen wissen. Ein Meisterwerk der Neunten Kunst, das in seiner Ausdrucksstärke die Eingangsszene des Filmes "Gladiators" ebenbürtig ist und ebenso niveau- wie eindrucksvoll seine Geschichte aus den ersten Tagen unserer Zivilisation erzählt. Top!

Bewertung:  5 von 5 Sternen! [5 von 5 Sternen!]

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Bewerte hier 300 von Frank Miller und Lynn Varley

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